Kategorie: Andi Weigand

Auf zwei Dritteln der Strecke zwischen Frankfurt und Nürnberg, mitten in Unterfranken liegt Iphofen, eine beschauliche Kleinstadt mit gerade einmal 5000 Einwohnern. Einer davon ist Andi Weigand. Ein anderer sein Vater Werner, mit dem er gemeinsam das elterliche Weingut bewirtschaftet. Hier wird Tradition nicht groß, sondern kleingeschrieben und Wein nicht um der Fortschreibung der Familiengeschichte willen gemacht. Im Gegenteil ist vor allem Andi, wie vielen seiner jungen Geisenheimer Studienkollegen an Raum für Innovation und Experiment gelegen. Silvaner in ganzen Clustern samt Stielen für 9 Monate im Qvevri mazerieren — kein Problem. Turntables im Weinkeller, um die Poren der fränkischen Eichenfässer und Amphoren mit old school Hip Hop zu beschallen — auf jeden Fall. Vor allem die Silvanerreben sind der Stolz des Weinguts. Einige sind bis zu 60 Jahre alt und wurzeln tief im Keuper, diesem alten und besonders mineralstoffreichen Gestein, aus dem Andis Weine ihre markante Kräuterwürze und Frische ziehen. Neben Silvaner sind die Rebflächen unter anderem mit Bacchus, Müller-Thurgau, Riesling und Spätburgunder bestückt. Gelesen wird natürlich mit der Hand, gestampft mit dem Fuß und gepresst mit dem Korb. Viele der Weine werden früh gelesen, damit die Trauben keine allzu hohen Mostgewichte entwickeln und die Weine am Ende der Reife mit niedrigem Alkoholgehalt auf die Flasche gezogen werden können. Denn bei Andis Weinen geht es vor allem um zweierlei: Spaß und Trinkfluss.

Andi Weigand